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Josef van Ess

Islamwissenschaftler

Josef van  Ess

Islamwissenschaftler

Geboren am 18. April 1934 in Aachen
Gestorben am 20. November 2021 in Tübingen
Unterschrift
Josef van  Ess

Josef van Ess hat sich wie kein Anderer der Erforschung der islamischen Theologie, insbesondere der ersten Jahrhunderte in allen ihren Ausprägungen gewidmet. Damit gehört er im Kreis der Islamwissenschaftler zu den wenigen Gelehrten, die nicht nur ein ausgesprochenes Interesse an theologisch-philosophischen Fragestellungen haben, sondern darum auch immer wieder das Gespräch mit den christlichen Theologien und mit der Philosophie gesucht haben und fortwährend suchen.

Im Jahre 1959 promovierte van Ess in Bonn mit einer Arbeit über islamische Mystik und habilitierte sich im Jahr 1963 in Frankfurt mit einer Arbeit über Erkenntnistheorie in der islamischen Scholastik, mit der er sein Thema, die Entstehung und Entfaltung der islamischen Theologie, Rechtgläubigkeit und Häresie gefunden hatte. Es folgten Gastprofessuren an der University of California Los Angeles (1967) und an der Amerikanischen Universität Beirut (1967/1968). 1968 folgte er Rudi Paret als Ordinarius am Orientalischen Seminar der Universität Tübingen am Lehrstuhl für „Islamkunde und Semitistik“, den er bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1999 innehatte. Für die Kultur und Geistesgeschichte des Islams längst zur Pflichtlektüre zählt das weltweit präzedenzlose sechsbändige Werk „Theologie und Gesellschaft im 2. und 3. Jahrhundert Hidschra“ (6 Bände, Berlin 1991-1997), eines der faszinierendsten Porträts der patristischen Periode der islamischen Theologie. Sein jüngstes Werk „Der Fehltritt des Gelehrten: Die Pest von Emmaus und ihre theologischen Nachspiele" ist 2001 erschienen.

Die große Anerkennung seiner Werke fand Niederschlag in der Verleihung der Ehrendoktorate der Ecole Pratique des Haute Etudes (Paris) sowie der Georgetown University, Washington. 1999 wurden ihm die Giorgio Levi Della Vida-Medaille sowie der Internationale Buchpreis der Islamischen Republik Iran verliehen. Er ist Ehrenmitglied der American Oriental Society seit 2011, Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, der Academie de Buenas Letras (Barcelona), der British Academy, der Académie des Inscriptions et Belles-Lettres (Paris), der Irakischen Akademie der Wissenschaften, der Iranischen Akademie für Philosophie, der Tunesischen Akademie der Wissenschaften, der Medieval Academy of America und der Academia Europea.

Aufnahme in den Orden 2009
Reden
2010Ketzer und Zweifler in den ersten Jahrhunderten des Islam
2011Ein Jubiläum zum Jahre 2011: Colmar Freiherr von der Goltz
Bildergalerie
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Josef van  Ess in Bildern der Tagungen des Ordens

Die Herbstttagung in Zürich vom 13. - 16. September 2009
Albrecht Dihle und Josef van Ess

Die Öffentliche Sitzung in Konzerthaus am Gendarmenmark Berlin 2010
Walter Burkert spracht die Laudatio auf Josef van Ess

Die Öffentliche Sitzung in Konzerthaus am Gendarmenmark Berlin 2010
Josef van Ess

Die Öffentliche Sitzung in Konzerthaus am Gendarmenmark Berlin 2010
Aushändigung des Ordenszeichens an Josef van Ess, Horst Claussen (links), Ordenskanzler Eberhard Jüngel, Josef van Ess

Ordensmitglieder im Gespräch mit Stipendiaten in Berlin 2010
Christian Tomuschat (links) und Josef van Ess

Empfang des Staatsministers Bernd Neumann 2011
Josef van Ess im Gespräch mit Manfred Eigen

Besuch der Jubiläumsausstellung der Staatsbibliothek Berlin im Deutschen Historischen Museum 2011
Ordensmitglieder im Deutschen Historischen Museum, Peter von Matt neben dem Portraitbild des ersten Kanzler des Ordens Pour le mérite, Alexander von Humboldt, rechts Ehepaar Josef und Luise van Ess und Renate und Horst Albach

Vorträge und Gespräche mit Stipendiaten in Berlin 2011
Hubertus von Pilgrim bei der Begrüßung der eingeladenen Stipendiaten im Senatssaal der Humboldt-Universität zu Berlin. In der ersten Reihe von links nach rechts: Wolfgang Gerok, Gerhard Casper, das Ehepaar Renate und Horst Albach, Josef van Ess und Bernhard Andreae

Vorträge und Gespräche mit Stipendiaten in Berlin 2011
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