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Jan Assmann

Ägyptologe

Jan  Assmann

Ägyptologe

Geboren am 7. Juli 1938 in Langelsheim (Harz)
Gestorben am 19. Februar 2024 in Konstanz
Jan  Assmann

Ich wurde am 7.7.1938 in Langelsheim am Harz als erstes Kind des Architekten Hans Assmann und seiner Ehefrau Charlotte geb. Böning geboren. Meine Kindheit verbrachte ich in Lübeck, das mit seiner einzigartigen Architektur und seiner Kirchenmusik eine bleibende Prägung hinterließ. 1949 zog die Familie nach Heidelberg um, wo ich 1957 Abitur machte.
Mein Studium der Ägyptologie, klassischen Archäologie und Gräzistik in München, Heidelberg, Paris und Göttingen beendete ich 1965 mit einer Dissertation über ägyptische Sonnenhymnen. 1966 begann im Zuge eines Reise-Stipendiums meine jahrzehntelange Forschung in den Gräbern der thebanischen Nekropole. 1968 heiratete ich Aleida Bornkamm, die im Nebenfach Ägyptologie studiert hatte und mich solange wir noch keine Kinder hatten, auf meinen thebanischen Grabungskampagnen sachkundig unterstützte.

Mit der Publikation eines dieser Gräber habilitierte ich mich 1971 in Heidelberg; 1976 wurde ich dort auf den Lehrstuhl für Ägyptologie berufen. Die Arbeit an religiösen Texten, vor allem Hymnen und Totenliturgien, blieb zentraler Forschungsschwerpunkt; daneben traten dann ab den 1980er Jahre immer stärker die Geschichte des biblischen Monotheismus (z.B. Moses der Ägypter 1998) und das Nachleben der ägyptischen Kultur in der europäischen Geistes- und Religionsgeschichte (z.B. Die Zauberflöte, 2005) hervor.  

Gastprofessuren führten mich u.a. nach Yale, Jerusalem, Houston, Paris, Oxford und Chicago, was meinen Horizont enorm erweiterte, ebenso wie die zahlreichen gemeinsamen Lehrveranstaltungen mit Kolleg*innen anderer Fächer. Längere Forschungsaufenthalte führten mich ans Wissenschaftskolleg zu Berlin, das Getty Research Center in Santa Monica, die Siemens-Stiftung in München und das Internationale Zentrum Kulturwissenschaft in Wien.  2003 wurde ich in Heidelberg emeritiert und zog zu meiner Frau nach Konstanz, wo wir zu gemeinsamen Projekten forschen wie „Memory in the City“ und „Gemeinsinn“. Eine immer größere Rolle spielt für mich die Musik, von der meine Bücher über Händels Israel in Egypt (2015) und Beethovens Missa Solemnis (2020) handeln.

Aufnahme in den Orden 2020
Bildergalerie
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Jan  Assmann in Bildern der Tagungen des Ordens

Die Frühjahrstagung in Berlin 2021
die Ordenskanzlerin Christiane Nüsslein-Volhard mit den neu aufgenommenen Mitgliedern Jan und Aleida Assmann und Klaus von Klitzing

Die Frühjahrstagung in Berlin 2021
der 2020 aufgenommene Ägyptologe Jan Assmann

2021
2021