Mitglieder / Wolfgang Schadewaldt

Wolfgang Schadewaldt

Klassischer Philologe

Wolfgang Schadewaldt

Klassischer Philologe

Geboren am 15. März 1900 in Berlin
Gestorben am 10. November 1974 in Tübingen
Unterschrift
Wolfgang Schadewaldt

Aus einer alten Berliner Familie stammend, war er ein glänzender Fortsetzer der berühmten Berliner Schule der Altertumswissenschaften. Er war Schüler von Wilamowitz und vor allem von Werner Jaeger. Sein akademischer Weg führte ihn mit 28 Jahren bereits auf ein Ordinariat nach Königsberg und dann über Freiburg nach Leipzig und Berlin sowie schließlich nach Tübingen. Überall entfaltete er als Lehrer und Anreger eine große Wirksamkeit. Es war vor allem seine Phantasie, die ihn als Forscher und Lehrer auszeichnete und ihn neue Fragen und Gesichtspunkte finden ließ, die die großen Gestalten der griechischen Literatur in neuem Lichte zeigten. So verdanken wir ihm zu Thukydides und Pindar, zu Homer und seinem Jahrhundert und zu der griechischen Stadtkultur und ihren politischen Energien wichtige originelle Ideen. Sie bereicherten den neuen Humanismus, der nach dem Ende des deutschen Kaiserreichs eine demokratische Staatsgesinnung zu fördern suchte.

Sein starkes künstlerisches Temperament führte ihn zu der deutschen Dichtung und insbesondere zu der Welt des Theaters, des griechischen wie des zeitgenössischen, auch Richard Wagners. Sein scharf zupackender Realismus machte ihn überdies zu einem bedeutenden Übersetzer, der Homer und die griechische Tragödie ohne falsche Modernisierungen kraftvoll zum Sprechen brachte. Zu seinen großen Verdiensten als Anreger gehörten auch die Tübinger Plato-Schule sowie das große Unternehmen des Goethe-Wörterbuchs, das den Formenreichtum der deutschen Sprache erstmals kodifiziert und das sich zu einem wahren Thesaurus zu entwickeln verspricht.

Aufnahme in den Orden 1962
Bildergalerie
×
Wolfgang Schadewaldt in Bildern der Tagungen des Ordens

Öffentliche Sitzung des Ordens in Berlin am 31. Mai 1967
Einzug der Ordensmitglieder in das Auditorium Maximum der Freien Universität, 1. Reihe: Prof. Schadewaldt, 2. Reihe: Prof. Orff, Prof. Wimmer

Übergabe des Ordenszeichens an Prof. Theodor Eschenburg in der Universität Tübingen 12. Juni 1968  
von links nach rechts: Prof. Paul Schmitthenner, Prof. Hans Rothfels, Prof. Percy Ernst Schramm, Prof. Theodor Eschenburg, Prof. Wolfgang Schadewaldt

Im Anschluß an die Öffentliche Sitzung am 4. Juni 1969 im Theater der Stadt Bonn trugen sich die Ordensmitglieder in das "Goldene Buch der Stadt Bonn" ein
nach der Eintragung: von links nach rechts: Prof. Schadewaldt, Prof. Eschenburg, Prof. Schmitthenner, Bundespräsident Dr. h. c. Heinrich Lübke, Prof. Siegel, Bundeskanzler Dr. h. c. Kurt Georg Kiesinger, Ordenskanzler

Empfang beim Bundespräsident D. Dr. Gustav W. Heinemann in Bonn am 2. Juni 1970 in der Villa Hammerschmidt
von links nach rechts: Wolfgang Schadewaldt, Carl Zuckmayer, Marie Luise von Kaschnitz, Bundespräsident, Karl Ziegler, Hans Rothfels, (Gruppe im Hintergrund: Gerhard Marcks, Hans Wimmer), Ordenskanzler Percy Ernst Schramm, Adolf Butenandt, Werner Heisenberg, Theodor Eschenburg, Carl Friedrich v. Weizsäcker, fast verdeckt: Hugo Friedrich

Zwischentagung in Nürnberg am 6. April 1971
von links nach rechts: Ordenskanzler Kurt Bittel. dahinter Hans Wimmer, Hans Rothfels, dahinter Karl Ziegler, Hans Kienle, dahinter Adolf Butenandt und Gerhard von Rad, Wolfgang Schadewaldt, Theodor Eschenburg. Werner Heisenberg, Walther Gerlach, im Vordergrund links: Rudolf Hillebrecht, rechts: Franz Wieacker

Überreichung des Ordenszeichens an Raymond Aron vor dem Ordenskapitel im Bundespräsidialamt in Bonn am 29. Mai 1974
links: Raymond Aron, rechts: Theodor Eschenburg. Gruppe im Hintergrund von links nach rechts: Marie Luise von Kaschnitz, Konrad Lorenz, Adolf Butenandt, Walther Gerlach, Maria Wimmer, Carl Friedrich von Weizsäcker, Hans Wimmer, Wolfgang Schadewaldt, Werner Heisenberg, Hans-Georg Gadamer, Feodor Lynen, ganz rechts: Hugo Friedrich

1967
1968
1969
1970
1971
1974